Wärme, und das Gewicht der Bäume.

Mundgeblasene Wolken. Die gestrafften Saiten der Segler, und wie sich der Himmel an Winden aufrichtet.

Die Greisenmünder von Pfützen, erstorbenes Blau. Luft wie die Asche parfümierter Fächer in der Brust.

Die Wege folgen mir wie Hunde. Ich überlege, mich zu verlaufen und die Wege mitzunehmen.

Ein Akt der Hingabe, wie die Stiefel eine Frau über den Asphalt tragen. Die Frau wiederum führt das Pferd an der Leine, beide führen sie mich. Melancholische Augen öffnen sich, Aufgang von Träumen im Morgengrauen, die Schatten von Monden lösen sich auf im Schimmer einer Distel. Siebgut von Wimpern am Grund der Blicke. Die Fersen verschwinden unter Farn, die Hufe verstummen.

Lange vor der Stadt geben die Wege auf und bleiben keuchend im Schatten stehen. Die Hecken halten sich die Seiten. Keine Rast von Gedanken. Für Spinnweben ist das Licht zu trocken.





Und die Schafe mit ihrem Tiergeruch. Eine ganze Herde liegt da in der Sonne und im Schatten von Buche und Ahorn, kaut und liegt und schaut und riecht. Nach Wolle, nach Schafsdung, nach Milchlamm, nach dem satten, saftigen Grün.
Ein Café ist gleich um die nächste Biegung.
Von mir aus müssen wir nicht.
Von mir aus auch nicht.
Zwei Augenpaare voll Schalk, schauen sich an, wissen wenig, brauchen nichts zu wissen. Nur Nasenflügel blähen sich, beben, wie Insekten, wie Lungenhautflügler, als der Schafsgeruch in die Stirne strebt. Von einem umgestürzten Baum hängt ein duftender Bocksbart. Gott Pan persönlich kämmt hufige Sanftheit aus der Luft.
Wenn dann die Wege lang werden, drückt der Mittag, macht der Tag ein Hohlkreuz, das bückt sich unter Schatten hindurch, und schmal fallen die Bäche durchs Licht, wo die Buchen die Vernunft ausbluten lassen und wilde Möhren den Kopf im Grund kühlen.
Da haben es zwei eilig, da springen zwei über den Weg. Hände umtänzeln Hüfte und Brust, wie Hunde: Spielst du? Spiel mit mir!
Küsse? Natürlich, die gibt es auch, darauf läuft es hinaus auf dem hinreichend langen Weg. Nicht als ob nichts wäre, sondern so, daß alles ist. Küsse wie Wellenschlag am ferneren Ufer eines Sees. Küsse wie das Blinde hinter geschlossenen Lidern. Ein See, an dessen schlammigem Grund vergessene Uhren lagern. Aus Booten gefallen, von Gelenken gerutscht, beim Schwimmen vergessen, in versunkenen Palästen zurückgelassen. Uhren auf der Suche nach ihrer Zeit, blind, die Zeiger tastend wie Zungen.
Solche Küsse sind. Im Mittag, auf seiner abgewandten Seite.
Zerfließende Töchter von Schatten, die Felle zu Tal ziehen. Muß nur die Wiese mit den Beinen strampeln, schon fliegt ein Schuh ins Gebüsch. Was hinterherfliegt, hat keiner gesehen.
Später ist später, eine ermattete Zeit. Langsame Kähne hobeln Schicht um Schicht Licht vom geduldigen Strom. Geschundene Brauen, es brennt von Zucker und Haut, durch die sich die Stunden beißen hinaus ins Freie und Helle des Schlafs.